Altersvorsorge 2020 – Worum geht es?

Das System der schweizerischen Altersvorsorge sieht sich mit grossen Herausforderungen konfrontiert, darunter die steigende Lebenserwartung, die Alterung der Bevölkerung und die niedrigen Zinsen. Diese Herausforderungen gefährden die finanzielle Stabilität der 1. und 2. Säule. Um sie zu meistern und der neuen gesellschaftlichen Realität gerecht zu werden, muss das System der Altersvorsorge angepasst werden.

Am 17. März 2017 hat das Parlament die Reform Altersvorsorge 2020 verabschiedet. Sie enthält ein gesamtheitliches Paket von Massnahmen in der 1. und der obligatorischen 2. Säule. Ziel ist es, die finanzielle Stabilität zu sichern und das Rentenniveau beizubehalten.

 

Wo stehen wir?

Die Volksabstimmung über die Altersvorsorge 2020 findet am 24. September 2017 statt. Bei Annahme tritt die Reform am 1. Januar 2018 in Kraft, die Senkung des Umwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge und die Kompensationsmassnahmen dazu ein Jahr später.

 

Die Altersvorsoge erklärt

 1. Rentenalter 65 bei Frauen

Das Pensionsalter für Frauen und Männer (ohne Kürzung der Rente) in der 1. und 2. Säule soll neu bei 65 liegen. Die Anhebung bei den Frauen geschieht nach Inkrafttreten der Vorlage in mehreren Schritten. Der Zeitpunkt der Pensionierung soll flexibler gestaltet werden, weshalb das Gesetz neu vom „Referenzalter“ und nicht mehr vom Pensionsalter spricht.

Argumente dafür: Die Harmonisierung des Referenzalters bei 65 verbessert die Renten der Frauen und sorgt zugleich für mehr Einnahmen in AHV und BVG. Eine Erhöhung des Referenzalters über 65 Jahre – obwohl ökonomisch sinnvoll – ist dagegen nicht gerechtfertigt, da die Unternehmenspolitik in der Schweiz zugunsten älteren Angestellten lückenhaft ist.

Argumente dagegen: Bevor das Rentenalter bei Frauen erhöht wird, sollte in der Wirtschaft Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern herrschen. Ausserdem stellt sich die Frage, ob die Wirtschaft überhaupt mehr ältere Arbeitnehmerinnen aufnehmen kann.

 2. Flexible und individuelle Gestaltung der Pensionierung

Der Arbeitnehmer kann künftig den Zeitpunkt der Pensionierung zwischen 62 und 70 Jahren frei wählen. Beim Aufschub der Pensionierung (66-70) wird die Altersleistung erhöht, beim Vorbezug (62-64) wird sie gekürzt.

Eine gleitende Pensionierung (Teilpensionierung) soll ermöglicht werden, indem der Versicherte wählen kann, ob er nur einen Teil der Rente (zwischen 20% und 80%) oder die ganze Rente beziehen möchte. Die bisherige Befreiung von AHV-Beiträgen bis zu einem Jahreslohn von CHF 16’800 (bei arbeitstätigen Pensionierten) wird aufgehoben. Im Gegenzug werden die nach dem Rentenbezug geleisteten AHV-Beiträge neu bei der Rentenberechnung berücksichtigt, wodurch die Pensionierten durch Arbeitstätigkeit ihre Rente erhöhen können.

Auch die Pensionskassen müssen sich bei Annahme des Gesetzes diesen Regelungen anpassen, d.h. der Zeitpunkt und der Umfang der Pensionierung müssen frei wählbar sein, wobei das Parlament den Pensionskassen die Freiheit gibt, das Mindestalter für den Rentenbezug auf 60 Jahre festzulegen (statt 62 in der AHV).

Argumente dafür: Eine gleitende Pensionierung entspricht einem viel geäusserten Wunsch der Arbeitgeber und Angestellten. Der schrittweise Rückzug gibt ausserdem die Möglichkeit, weiterhin Beiträge einzuzahlen, und so die Maximalrente in der AHV zu erreichen. Ältere Angestellte können dem Betrieb länger erhalten bleiben und ihr Wissen weitergeben.

Argumente dagegen: Die frühzeitige Pensionierung ist Gutverdienenden vorbehalten, die trotz kürzerer Beitragszeit die AHV-Maximalrente erhalten. Schlechtverdienende, die oft deutlich früher erwerbstätig wurden und gesundheitlich mehr Probleme haben, werden bis 70 arbeiten müssen, was eine soziale Ungerechtigkeit darstellt. Der ursprüngliche Vorschlag des Bundesrats sah Privilegien vor für Personen, die bereits vor dem 21. Altersjahr arbeiteten und nur geringe Einkommen erzielen.

 3. Senkung des Mindestumwandlungssatzes auf 6,0%

Der Mindestumwandlungssatz in der beruflichen Vorsorge wird innerhalb einer Frist von vier Jahren jährlich um 0,2 Prozentpunkte gesenkt und beträgt neu 6%. Das würde anhand eines Beispiels bedeuten: Bei einem angesparten Altersguthaben von CHF 100’000 beträgt die jährliche BVG-Rente nicht mehr CHF 6’800, sondern CHF 6’000.

Argumente dafür: Die Anpassung geschieht aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung (im Durchschnitt beziehen wir länger eine Rente) sowie der tieferen Renditen, welche die Pensionskassen mit ihrem Kapital erzielen. Diese Massnahme ist unumgänglich, um das Fortbestehen der 2. Säule zu sichern.

Argumente dagegen: Ein tieferer Umwandlungssatz bedeutet tiefere Renten, was die finanzielle Situation von Pensionierten zusätzlich erschwert. Falls die Pensionskassen einst wieder höhere Kapitalrenditen erzielen, würden sie einen Gewinn auf Kosten der Rentner machen.

4. Ausgleichsmassnahmen

Um den tieferen Umwandlungssatz in der 2. Säule zu kompensieren und das Leistungsniveau (=die Höhe der Renten) zu sichern, sieht die Vorlage folgende Änderungen vor:

BVG: Der Koordinationsabzug wird flexibilisiert. Er beträgt neu zwischen CHF 14’100 bei tiefen Einkommen bis CHF 21’150 bei hohen Einkommen (bislang fix CHF 24’675). Deshalb steigen der versicherte Lohn und somit die Einzahlungen in die Pensionskasse leicht an. Auch die Altersgutschriftensätze für die 35- bis 54-Jährigen steigen um ein Prozent an.

AHV: Alle neu entstehenden Altersrenten in der AHV sollen um 70 Franken pro Monat erhöht werden. Dagegen werden die AHV-Lohnbeiträge von 8,4% auf 8,7% erhöht – es wird also auch mehr in die AHV einbezahlt.

Argumente dafür: Tiefere Renten hätten bei einer Volksabstimmung keine Chance. Der AHV-Zuschuss sichert die Rentenhöhe und die Angestellten müssen nicht deutlich mehr in die Pensionskasse einzahlen.

Argumente dagegen: Die Rentenhöhe wird auf Kosten der AHV erhalten. Durch die Zulage von 70 Franken monatlich wird die AHV noch mehr gefährdet und es findet eine gefährliche Vermischung von 1. und 2. Säule statt, die dem erfolgreichen Dreisäulen-System der Schweiz widerspricht. Die Probleme der Pensionskassen werden dadurch nicht gelöst, sondern nur auf die AHV verlagert.

 5. Erhöhung der Mehrwertsteuer

Die trotz der verschiedenen Massnahmen verbleibende Finanzierungslücke der AHV soll durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer gedeckt werden. Sie wird dazu schrittweise um 0,6% angehoben. 0,3 Prozentpunkte, die bis Ende 2017 für die Invalidenversicherung erhoben wurden, werden ab 2018 in die AHV umgeleitet. Erst 2021, wenn das Rentenalter der Frauen umgesetzt ist, wird die Mehrwertsteuer auf 8,3% angepasst.

Argumente dafür: Das höhere Rentenalter für Frauen reicht nicht aus, um die prognostizierte Finanzierungslücke der AHV zu vermeiden. Die Lücke kann nur durch eine höhere Mehrwertsteuer geschlossen werden.

Argumente dagegen: Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer bremst die Wirtschaft und löst eine Inflation aus, worunter primär die Schlechtverdienenden leiden. Kritische Stimmen sagen zudem, dass die Erhöhung nicht ausreicht, um die Deckungslücke der AHV langfristig zu schliessen.

Die heissen Eisen – darüber wurde im Parlament gestritten

Über zwei Jahre lang wanderte die Vorlage zur Altersvorsorge 2020 durch die Kommissionen und Räte. Im National- und Ständerat gab es unterschiedliche Auffassungen, wie die Reform aussehen soll.

 

Streitpunkt 1: 70 Franken sorgten für Gesprächsstoff

Dass der Umwandlungssatz auf 6% gesenkt werden muss, darüber herrschte weitestgehend Einigkeit. Zur Kompensation, damit die tatsächlichen Renten nicht sinken und die Vorlage deshalb nicht vor dem Volk scheitert, schlug die bürgerliche Mehrheit im Nationalrat höhere Einzahlungen in die Pensionskasse vor sowie ein höheres Rentenalter von 67. Das Mitte-Links-Bündnis im Ständerat sah darin zu grosse Nachteile für die Angestellten. Sie konterten stattdessen mit einem Zuschlag auf die AHV-Rente von 70 Franken pro Monat, der die Ausfälle grösstenteils behebt. Die grosse Kammer verweigerte sich diesem Vorschlag vorerst mit der Begründung, dass er die AHV noch mehr belastet und die 1. und 2. Säule vermischt werden. Die Diskussion verkam zur Glaubensfrage: Die Bürgerlichen verteidigten die Pensionskassen (mit höheren Beiträgen) und die Mitte-Links-Allianz die AHV mit ihrem sozialen Umlageverfahren. Schliesslich schluckte der Nationalrat die 70-Franken-Pille, nachdem sich diese Lösung in der Einigungskonferenz ganz knapp durchsetzte.

Streitpunkt 2: Keine Chance fürs Rentenalter 67

Umstritten waren auch die automatischen Mechanismen, welche in Kraft treten, wenn der AHV-Ausgleichsfonds unter eine kritische Grenze fällt. Der Nationalrat forderte in diesem Fall eine automatische Erhöhung des Rentenalters auf 67. Dieser Vorschlag fand im Ständerat keine Zustimmung und hätte wohl auch an der Urne das Ende für die Vorlage bedeutet. Die Automatismen wurden schliesslich ganz aus der Vorlage gestrichen. Es verblieb einzig der Auftrag an den Bundesrat, Sanierungsmassnahmen vorzuschlagen, wenn sich abzeichnet, dass der AHV-Fonds unter 80% fällt.

Streitpunkt 3: 0,6% oder 1,5% Mehrwertsteuer?

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer war bei praktisch allen Beteiligten unbestritten – jedoch nicht deren Höhe. Vom Bundesrat war eine schrittweise Erhöhung auf 1,5% vorgesehen. Nach der Bereinigung zwischen National- und Ständerat blieben nur 0,6% zurück.

Streitpunkt 4: Weniger Geld für die Witwen

Der Bundesrat wollte die Renten für Hinterlassene an mehr Bedingungen knüpfen und deutlich senken. Dies weil eine Analyse eine deutliche Benachteiligung alleinstehender Frauen zeigte. Während der Ständerat sämtliche Vorschläge ablehnte, folgte der Nationalrat der Regierung mit leichten Anpassungen. Auch in diesem Punkt setzte sich jedoch der Ständerat durch. Die Witwenrenten werden nicht angefasst.

http://blog.intermakler.ch/2017/03/21/altersvorsorge2020-erklaert/

 

Dafür

CVP schweiz: https://www.cvp.ch/de/altersvorsorge2020

https://www.cvp.ch/sites/default/files/170403_CVP_Faktenblatt_Altersvorsorge_2020_d.pdf

SP Schweiz

https://www.sp-ps.ch/fr/campagnes/autres-campagnes-et-debats/oui-la-prevoyance-vieillesse-2020

file:///C:/Users/Media/Downloads/argumentarium_ahv-reform-2020_deutsch_1.pdf

http://www.sgb.ch/fileadmin/user_upload/DE_20150818_SGB_AHV-Brosch_eBook_korr.pdf

SP Frauen*

http://www.sp-frauen.ch/de/no_active_menu_item_found/sp-frauen-schweiz-sagen-ja-zur-altersreform-2020

Die Grünen

http://www.gruene.ch/gruene/de/kampagnen/abstimmungen/av2020.html

file:///C:/Users/Media/Downloads/argumentarium_d.pdf

Seniorweb

http://www.seniorweb.ch/content/ja-parole-f%C3%BCr-die-altersvorsorge-2020

SGB Schweizer Gewerkschaftsbund

http://www.sgb.ch/aktuell/ja-zu-av-2020/

Travail.suisse

http://www.travailsuisse.ch/medien/medienmitteilungen?article=4130#doc_2

UNIA Gewerkschaft

http://www.unia.ch/de/kampagnen/altersvorsorge-2020/

 

Argumentation dafür

Endlich Fortschritte bei der AHV

Erstmals seit 42 Jahren werden die AHV-Renten real erhöht. Damit wird der wichtigste Pfeiler unseres Sozialstaats, der für einen Ausgleich zwischen den Generationen sowie zwischen den Superreichen und dem Rest der Gesellschaft sorgt, endlich gestärkt. Die Erhöhung der AHV-Renten ist vor allem auch für Frauen wichtig, weil sie von der sozial finanzierten AHV besonders stark profitieren. Für 500‘000 erwerbstätigen Frauen, die heute nur bei der AHV versichert sind und keine Pensionskassenrente erhalten, ist der AHV-Zusatz eine überfällige Rentenerhöhung.

Finanzierung der AHV wird gesichert

Wegen der «Babyboomer» steigt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner vorübergehend stark an. Eine Zusatzfinanzierung sorgt dafür, dass die AHV-Rechnung bis 2030 im Lot bleibt. Eine Milliarde wird der AHV zufliessen, ohne dass wir dafür mehr bezahlen müssen: 0,3 Mehrwertsteuer-Prozente, die heute für die IV erhoben werden, fliessen ab 2018 in die AHV. 2021 kommt es zu einer bescheidenen Anhebung von 8 auf 8,3%. Auch die Kosten für die AHV-Erhöhung sind tief: Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer steigen die Abgaben um je 0,15%.

Höhere Pensionskassenrenten für die Frauen

Die Pensionskassenrenten der Männer sind heute im Schnitt dreimal so hoch wie jene der Frauen. Dank der Reform können die Frauen aufholen, denn Teilzeitarbeit wird künftig in den Pensionskassen besser versichert. Die stossende Rentenungleichheit in der zweiten Säule wird so reduziert. Dafür müssen zwar viele Arbeitnehmerinnen mehr Pensionskassen-Beiträge bezahlen. Die Arbeitgeber bezahlen aber mindestens die Hälfte der Beiträge und unter dem Strich erhalten die betroffenen Frauen eine deutlich höhere Rente als heute.

 

Rentenanspruch bei Stellenverlust

Ältere Arbeitnehmende werden bei Stellenverlust vor der Pensionierung (ab 58) nicht mehr wie heute aus der Pensionskasse ausgeschlossen. Auch wenn sie keine neue Stelle finden und keine Beiträge mehr bezahlen, muss ihnen künftig die letzte Pensionskasse eine Rente bezahlen. Die Zeiten sind damit vorbei, wo die Betroffenen gezwungen werden das Kapital zu beziehen und es oft gar bereits vor dem Pensionsalter anzuzapfen.

Teilpensionierungen werden erleichtert

AHV- und Pensionskassenrenten können heute nur komplett bezogen werden. Wer nicht bis zum ordentlichen Pensionsalter voll arbeiten kann, hat Schwierigkeiten, schrittweise in Pension zu gehen. Neu können Teilrenten mit einem reduzierten Arbeitspensum kombiniert werden. Zudem wird die AHV-Rente bei einem Vorbezug weniger stark gekürzt.

Source: http://sichere-renten-ja.ch/

 

Dagegen:

FDP Schweiz

SVP Schweiz

JUSO Schweiz

Economie Suisse

Partei der Arbeit

https://pda.ch/2017/04/referendum-gegen-die-ahv-reform-unterschreiben/

Verschiedene Gewerkschaftssektionen aus der Romandie

die Rentnerorganisation AVIVO

Verschiedene SP Sektionen aus der Romandie

Nein zur ungerechten AHV-Reform! http://www.generationenallianz.ch/argumente

 

Argumentation dagegen

Die Altersvorsorge mit AHV und beruflicher Vorsorge (erste und zweite Säule) ist das wichtigste Sozialwerk der Schweiz. Aufgrund der demografischen Alterung steht insbesondere die AHV vor einer gewaltigen Herausforderung. Weil die Bevölkerung immer älter wird und die Generation der „Babyboomer“ ins Rentenalter kommt, ist die Finanzierung der ersten und zweiten Säule nicht mehr gewährleistet. In den nächsten 30 Jahren verdoppelt sich die Anzahl Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz nahezu von heute 1,5 Millionen auf 2,6 Millionen, während gleichzeitig die Zahl der Kinder und Jugendlichen kaum mehr wächst und deutlich unter 2 Millionen verharrt. Gerade in der AHV tragen deshalb immer weniger berufstätige Personen die Finanzierung für eine Rente: waren es 1948 – im Gründungsjahr der AHV – noch 6,5 Erwerbstätige, werden es in 30 Jahren gerademal noch deren 2 sein. Der Bundesrat hat sich deshalb das Ziel gesetzt, mit der Reform Altersvorsorge die strukturellen Probleme der Finanzierung anzugehen und die Altersvorsorge wieder auf nachhaltig stabile Beine zu stellen.

Diese Scheinreform verfehlt das Ziel

Leider verfehlt die vorliegende Reform die bundesrätliche Zielsetzung gänzlich. Trotz zusätzlicher Finanzspritze in Milliardenhöhe über spürbar höhere Mehrwertsteuer und Lohnbeiträge, erhält die AHV gerade einmal eine Verschnaufpause von wenigen Jahren. Schon bald verschärft sich das Finanzierungsproblem durch den unverantwortlichen Ausbau mit der Giesskanne zusätzlich. Ab 2027 steckt die AHV schon wieder in den roten Zahlen. 2035 fehlen bereits wieder 7 Milliarden Franken – pro Jahr! Statt die Renten auf heutigem Niveau nachhaltig zu sichern und die Finanzierung zu stabilisieren, werden bereits ab 2025 weitere drastische Massnahmen zur Sicherung der AHV notwendig sein. Diese Scheinreform erhöht deshalb den Druck auf Rentenalter und weitere Steuererhöhungen zusätzlich.

Kein echter Kompromiss – ein Nein macht den Weg frei für eine echte Reform

Mit knappst möglicher Mehrheit setzte eine Mitte-Links-Koalition ihr unverantwortliches Ausbaukonzept einseitig durch und definierte die bundesrätliche Zielsetzung kurzerhand um, statt einen echten, breit getragenen Kompromiss im Interesse langfristig sicherer Renten zu schliessen. Das ist höchst unschweizerisch und tritt den Generationenvertrag mit Füssen. Zum zweiten Mal innert Jahresfrist muss sich das Volk nun zur Idee des AHV-Ausbaus für arm und reich trotz der ernsthaften demografischen Herausforderung an der Urne äussern. Ein nochmaliges Nein – nach dem deutlichen Scheitern der AHVplus-Initiative letzten Herbst – macht den Weg frei für eine echte Reform zur nachhaltigen Sicherung der Renten auf heutigem Niveau.

Source: http://www.generationenallianz.ch/argumente

Neue Geschäftsleitung

Die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) hat eine neue Geschäftsleitung

Ab dem 1. September ist die LOS neu organisiert

Für die deutsche Schweiz hat die LOS Anna Rosenwasser als neue Geschäftsleiterin angestellt. Sie wird zu 60 % die Medien und Kommunikationsarbeit übernehmen, sowie die Vertretung der LOS in der deutschsprachigen Schweiz

Barbara Lanthemann, bisherige Geschäftsleiterin, wird mit einem (20-30% Arbeits-pensum) für die Romandie tätig sein, damit wir die wichtigen Kontakte und Gremien weiterhin pflegen und nützen können.

Der italienische Teil ist heute schon durch Domenica Priore, co-Präsidentin der LOS, vertreten.

Beide Geschäftsleiterinnen werden eng zusammenarbeiten. Es ist uns wichtig, dass auch sprachliche Minderheiten in der Organisation ihre Stimme behalten.

Am 28. Oktober findet das Symposium der LOS statt. Das ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft der LOS. Damir wir durch die Zusammenarbeit mit möglichst vielen Teilnehmenden die Zukunft der LOS gestalten und in Angriff nehmen können.

Ebenfalls wird die LOS an der European Lesbian Conference teilnehmen, die anfangs Oktober in Wien stattfindet.

Die LOS ist weiterhin politisch aktiv und wird in den nächsten Monaten und Jahren dafür sorgen, dass Gleichstellung für Lesben* eine Wirklichkeit wird, sei es mit der Öffnung der Zivilehe für alle, einer gleichgestellten Familienpolitik und ein tatsächlicher gesetzlicher Schutz gegen Diskriminierung, welcher auch Lesben* einbezieht.

Die neue Geschäftsleiterin der deutschen Schweiz stellt sich vor:

© Photo David Rosenthal

Mein Name ist Anna Rosenwasser, ich bin 27 Jahre alt und wohne in Zürich.

Meine Lohnarbeit der vergangenen neun Jahre war der Journalismus: Dort schrieb ich vorwiegend über Feminismus, Kultur und die Region Schaffhausen, in der ich im Übrigen aufgewachsen bin. Das Interesse am Thema Gender brachte mich zur LGBT-Jugendorganisation Milchjugend, wo ich mich in diversen Projekten sowie im Vorstand engagiere. Dieser Tage stecke ich zudem in den letzten Semestern meines Politologie-Studiums an der Universität Zürich.

Ein Teil der LOS sein will ich, um frauenliebende Frauen* sichtbar zu machen: In den Medien, in der Politik und in der Community. Wir mögen nicht hetero sein – aber dafür sind wir heterogen!

Die Geschäftsleiterin der Westschweiz bleibt im Amt:

© Photo R. Mudry

Seit 2008 bin ich bei der LOS beschäftigt.  Zuerst als Sekretärin für die Romandie, danach, seit dem 01.12.2012 als Geschäftsleiterin für die ganze Schweiz.

Mein politisches Engagement hat mich zum kantonalen Parlament geführt, wo ich seit vier Jahren als Abgeordnete tätig bin. Im November 2016 wurde ich als Präsidentin der SP Partei Unterwallis gewählt.

Geboren in 1965, wohnhaft im Unterwallis, bezeichne ich mich als Humanistin und Feministin. Lesbenrechte gehören ganz klar zu den Menschenrechten. Dass wir in der LGBT Community selber eine Minderheit sind und uns deswegen auch stark für die Gleichstellung einsetzen müssen, motiviert mich, mich weiterhin dafür zu engagieren, neue Generationen ins Boot zu holen, die Geschichte und die Zukunft der Lesben in der Schweiz im Auge zu behalten.

Mit Freude werde ich weiterhin die LOS in der Westschweiz vertreten und animieren,  zusammen mit der neuen GL darauf achten, dass innerhalb der LOS die Romandie vertreten bleibt.

Petition LOS – Eine Witwe ist kein Witwer!

Die Lesbenorganisation Schweiz LOS lanciert an der Pride Ouest eine Petition auf Bundesebene.

Parallel dazu wird SP-Nationalrätin Yvonne Feri im Parlament eine Motion einreichen, die in die gleiche Richtung zielt.

Die Petition verlangt die Änderung von Artikel 13a Abs. 2 des ATSG (Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts). Aktuell sieht der Artikel vor, dass eine Frau in einer eingetragenen Partnerschaft einem Witwer gleichgestellt ist, wenn ihre Partnerin stirbt. Sie hat daher kein Anrecht auf eine Witwenrente, währenddessen eine verheiratete Frau eine Rente erhält, wenn sie älter als 45 Jahre ist und die Ehe fünf Jahre gedauert hat.

Die LOS akzeptiert diese Diskriminierung lesbischer Frauen nicht und fordert die Änderung des Artikels.

Indem wir möglichst viele Unterschriften für die Petition sammeln, geben wir der Motion, die im Parlament eingereicht wird, mehr Gewicht.

Symposium

Symposium

Symposium LOS: Die Zukunft mitbestimmen

Die LOS führt am Samstag, den 28. Oktober, in Bern ein Symposium durch. Es findet von 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Hotel Ador statt.

Interessierte Frauen – Mitfrauen und Andere – haben die Gelegenheit sich aktiv am Projekt zu beteiligen und die Zukunft der LOS mitzugestalten.

Um welches Projekt geht es? Weiss die LOS denn nicht schon, welche Prioritäten sie hat?

Nach der GV vom April haben der Vorstand und die Geschäftsleitung zahlreiche Fragen erhalten und Diskussionen geführt:

Sieht sich die LOS als inklusive Organisation? Was bedeutet diese Einbeziehung? Vertritt die LOS ausschliesslich die Lesben? Oder auch die bisexuellen und Trans*-Frauen welche Frauen lieben? Immer öfter sieht man den Begriff Lesben* oder Frau*, was bedeutet das für die LOS? Riskieren wir, von unserem Weg abzukommen, wenn wir uns zu sehr verzetteln?

Auf all diese Fragen möchten wir eine Antwort finden. Wir – das sind nicht nur der Vorstand und die Geschäftsleitung, sondern wir alle. Und wir wollen dies gemeinsam tun.

Im «World Café» werden wir in wechselnden Gruppen Ideen austauschen und die Vorschläge der verschiedenen Gruppen ergänzen. Die Journalistin Christina Caprez wird den Prozess mit ihrer Erfahrung professionell begleiten.

Im Zentrum dieses Prozesses steht die Mitbestimmung; der Dialog, der Austausch und die Bereitschaft, zuzuhören, werden grossgeschrieben. Jede Frau wird das Wort haben, jede Frau wird gehört werden.

Um ins Thema einzutauchen, werden wir zu Beginn des Symposiums Aussagen von Frauen mit verschiedenem Alter und Hintergrund hören. So werden wir die Diversität der Frauen in der LOS live spüren. Wir werden ein lebendiges Bild davon bekommen, was die LOS ausmacht, und einen unmittelbaren Eindruck von den Frauen bekommen, die sie seit Jahren bereichern und begleiten – und dies auch in Zukunft tun werden.

Wir freuen uns sehr über eure Teilnahme. Anmelden kann frau sich, unter www.los.ch oder per Mail an info@los.ch (für die Deutschschweizerinnen) und romandie@los.ch (für die Westschweizerinnen).

Männer können am ersten Teil des Symposiums gerne teilnehmen. Das «World Café» ist den Frauen vorbehalten, um der Vertretung der lesbischen Frauen effektiv Rechnung zu tragen. Wir sind überzeugt, dass die Männer dieses Vorgehen verstehen, und freuen uns, sie bei anderen Anlässen willkommen zu heissen.

Internationaler Tag gegen Lesbo, Homo und Trans*phobie

Die Lesbenorganisation Schweiz LOS setzt dieses Jahr zum Internationalen Tag gegen Lesbo-, Homo- und Transphobie (IDAHOT) vom 17. Mai ein positives Zeichen zugunsten der Familien, die ihre Kinder so akzeptieren, wie sie sind.

Jedes Kind sollte in seiner Familie die Unterstützung und den Respekt finden, die es für eine harmonische Entwicklung braucht. Die Akzeptanz eines Kindes sollte nicht von seiner sexuellen Orientierung oder seiner Geschlechtsidentität abhängen.

Um all jenen Familien, die ihr Kind so lieben, wie es ist, eine positive Botschaft zu übermitteln, möchte die LOS auf das Jubiläum von fels, einer ihrer Partnerorganisationen, hinweisen. fels ist eine Organisation von Eltern und Freundinnen/Freunde homosexueller Kinder. Sie feiert dieses Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen. Seit zwei Jahrzehnten setzt sie sich für die Akzeptanz homosexueller Kinder ein, betreibt Aufklärung, vermittelt Informationen und bietet Unterstützung für Eltern homosexueller Kinder, aber auch für alle anderen Personen, die wegen der Homosexualität eines Kindes, eines Freundes oder eines Angehörigen Rat suchen.

Die LOS möchte zum diesjährigen IDAHOT all jenen Menschen ihren Dank aussprechen und ihren Respekt erweisen, die ohne Vorurteile ihr Herz geöffnet haben, ihr Kind so lieben, wie es ist, und es durch die Prüfungen des Lebens begleiten. Die Lesbo-, Homo- und Transphobie sind noch längst nicht ausgemerzt. Für ein Kind ist die Familie ein Zufluchtsort von unschätzbarem Wert, der im Schutz bietet gegen alle Arten von Diskriminierungen und Mobbing sowie gegen Ausgrenzung.

Wir hoffen, dass die Politik und Gesellschaft in Zukunft auch die Vielfalt der Familien unterstützen und damit die Gleichwertigkeit innerhalb der Familie erleichtern werden, damit jedes Kind bedingungslos geliebt wird – unabhängig von seiner sexuellen Orientierung oder seiner Geschlechtsidentität.

GV – Medienmitteilung

Die Lesbenorganisation Schweiz LOS hielt am 29. April ihre Generalversammlung in Bern ab.

Der Vorstand im Amt wurde ohne Gegenstimme wiedergewählt. Theres Bachofen, Maya Burkhalter und Domenica Priore hatten sich für ein weiteres Jahr als Ko-Präsidentinnen zur Verfügung gestellt.
Drei Ko-Präsidentinnen hatten sich nicht mehr zur Wahl gestellt: Sie waren im Februar wegen interner Meinungsverschiedenheiten aus dem Vorstand ausgetreten.
Barbara Lanthemann ist seit 2013 die Geschäftsleiterin der LOS.

Die Lesbenorganisation Schweiz wurde 1989 gegründet und zählt 1000 Mitfrauen und 28 regionale Organisationen aus der ganzen Schweiz. Sie erhält keine staatlichen Subventionen, sondern finanziert sich einzig durch Mitgliederbeiträge und Spenden von Sympathisantinnen und Sympathisanten. Die Geschäftsleitung wird in einem 90-Prozent-Pensum ausgeübt, die Ko-Präsidentinnen leisten unentgeltliche Arbeit. Aufgrund der schwierigen finanziellen Lage sah sich die LOS gezwungen, auf eigene Büroräume zu verzichten. Weitere Sparmassnahmen werden nötig sein, um die zahlreichen und komplexen Herausforderungen zu meistern.

An der diesjährigen Generalversammlung gaben vor allem das Image und die politische Ausrichtung der LOS für die nächsten Jahre zu diskutieren. Kritisiert wurden insbesondere das neue Logo, das Anfang dieses Jahres eingeführt wurde, sowie der bewusste Einschluss von Frauen*, der – gemäss der Meinung einiger bisheriger Mitfrauen der LOS – von den Leitlinien der Statuten abweicht. Wie andere Organisationen hat sich die LOS dafür entschieden, offener zu sein gegenüber bisexuellen und Trans*-Frauen sowie gegenüber all jenen Frauen, die sich keiner Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung zuordnen wollen. Diesen Entschied haben einige Mitfrauen kritisiert: Sie sind der Meinung, dass die LOS damit nicht mehr genügend die Interessen der lesbischen Frauen vertrete.

Das neue Logo wurde mit einer knappen Mehrheit der Stimmen angenommen. Dem Antrag des Vorstands für einen konstruktiven Dialog wurde mit einer grossen Mehrheit zugestimmt. Nach der Sommerpause wird ein Symposium stattfinden, an dem Vorstand, Geschäftsleitung und Mitfrauen sowie Vertreterinnen der Mitorganisationen die zukünftige Ausrichtung der LOS debattieren werden.

Die LOS hatte zwei Referentinnen an ihre Generalversammlung eingeladen: Sylvia Locher, die Präsidentin der Organisation „Pro Single Schweiz“, und Johanna Egli, Mitglied von aktivistin.ch. Dieses feministische Kollektiv aus Zürich hat in den vergangenen Monaten einige originelle militante Aktionen durchgeführt.

Engagement für die Sexualerziehung

  • Warum ist die Sexualerziehung wichtig?

Die Lesbenorganisation Schweiz LOS erachtet es als äusserst wichtig, dass alle Jugendlichen (und auch weniger junge Menschen!) eine umfassende Sexualerziehung erhalten, welche die Vielfalt der sexuellen und Geschlechtsidentitäten einschliesst und respektiert. Die sexuellen und Gender-Minderheiten sind in den vergangenen Jahren zwar sichtbarer geworden. Dennoch fühlt sich eine Person immer noch häufig allein gelassen, wenn sie merkt, dass sie LGBTQ ist (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, queer oder unbestimmt [Q kann für queer oder questioning stehen]. Es ist daher wichtig, dass sie verlässliche Informationen bekommt, die ihr Sicherheit geben, und dass sie weiss, wohin sie sich bei Bedarf wenden kann. Dies ist besonders dann entscheidend, wenn junge Menschen in Familien oder Umgebungen aufwachsen, in denen diese Thematik tabu oder negativ behaftet ist. Aber auch Personen, die nicht selbst betroffen sind, sollten für die Thematik sensibilisiert werden: Denn erst wer die Unterschiede kennt, kann Ängste und Vorurteile abbauen.

  • Wie kann die Sexualerziehung in der Schweiz verbessert werden?

Es gibt noch zahlreiche Vorurteile zur Sexualität zwischen Frauen – insbesondere die Vorstellung, dass es sich um keine „wirkliche“ Sexualität handelt, oder der Irrglaube, dass dieser sexuelle Kontakt kein Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten (STI) birgt. Diese Vorurteile haben direkte Folgen für die homo- und bisexuellen Frauen*; sie schlagen sich auf ihre Vorstellungen und ihr Verhalten hinsichtlich der sexuellen Gesundheit nieder. Dies äusserst besonders dadurch, dass diese Frauen weniger oft zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung gehen und sich fast nie gegen STI schützen. Wesentlich sind daher folgende Aspekte: Die Sexualerziehung muss noch mehr alle Arten von Sexualität berücksichtigen – also auch die sexuellen Kontakte zwischen Frauen. Sie soll bezüglich der STI darüber informieren, dass ein Übertragungsrisiko unabhängig vom Geschlecht der Person besteht, und die verschiedenen Methoden zum Schutz vor diesen Krankheiten aufzeigen.

  • Wie trägt die LOS zu dieser Verbesserung bei, und wie äussert sich ihr Engagement?

Die LOS engagiert sich für die Sichtbarkeit und die Rechte der homo- und bisexuellen Frauen* in der Schweiz. Die soziale Akzeptanz ist fundamental für Wohlergehen und Gesundheit, einschliesslich der sexuellen Gesundheit.

Die Fachgruppe Santé PluriELLE der LOS besteht seit 2007: Sie informiert und sensibilisiert die homo- und bisexuellen Frauen* sowie die Gesundheitsexpertinnen und -experten zu den verschiedenen Gesundheitsthemen, insbesondere zur sexuellen Gesundheit und zu gynäkologischen Themen. Dazu verfasst sie u.a. Broschüren zu den verschiedenen Themen. Es gibt noch viel zu wenig Wissen zur Sexualität und zu den Gesundheitsbedürfnissen dieser Frauen*. Die Fachgruppe hat daher mehrere Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt oder sich daran beteiligt. Santé PluriELLE setzt sich ausserdem dafür ein, dass lesbische, bisexuelle und andere Frauen, die sexuelle Kontakte zu Frauen haben (FSF), in der Gesundheitsforschung und in den Präventionsprogrammen berücksichtigt werden.

We can’t keep quiet

We can’t keep quiet – warum wir nicht schweigen!

Die Lesbenorganisation Schweiz hat folgende Forderungen:

Jede Frau – ob sie lesbisch, bisexuell oder trans* ist – muss in ihrem Berufsleben Zugang zu den gleichen Funktionen sowie die gleichen Lohnbedingungen wie die Männer haben

Jede Frau – ob sie lesbisch, bisexuell oder trans* ist – muss das Recht und die Wahl haben, eine Zivilehe zu den gleichen Bedingungen wie alle anderen Schweizer Bürgerinnen und Bürger einzugehen

Jede Frau – ob sie lesbisch, bisexuell oder trans* ist – hat Anrecht auf eine angemessene Rente nach ihrer Berufskarriere, und dies unabhängig von ihrer Ausbildung und davon, ob sie eine Berufskarriere gewählt hat oder nicht.

Jede Frau – ob sie lesbisch, bisexuell oder trans* ist – muss das Recht und die Wahl haben, eine Familie zu gründen und ihr eine echte Existenz zu sichern

Jede Frau – ob sie lesbisch, bisexuell oder trans* ist – muss Zugang zu Informationen über Gesundheit und Prävention sowie zu den angemessenen Pflegemassnahmen haben. Sie muss zudem die für sie passenden Therapeutinnen und Therapeuten wählen können

Jede Frau – ob sie lesbisch, bisexuell oder trans* ist – muss das Recht haben, vor jeglicher Diskriminierung durch ein Gesetzt geschützt zu sein, das alle Kriterien einschliesst, also auch die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentität

https://www.cantkeepquiet.ch/

Kampf gegen die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Identität

Freitag, 03. Februar 2017 15h45 – Medienmitteilung

KAMPF GEGEN DIE DISKRIMINIERUNG AUFGRUND DER SEXUELLEN ORIENTIERUNG UND IDENTITÄT

Die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates (RK-N) hat sich im Grundsatz für eine Umsetzungsvariante der parlamentarischen Initiative 13.407 (Pa.Iv. Reynard. Kampf gegen die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung) festgelegt. Sie hat die Bundesverwaltung beauftragt, einen Entwurf zur Änderung des Strafgesetzbuchs auszuarbeiten, der nicht nur die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, sondern auch aufgrund der sexuellen Identität unter Strafe stellt.

Die Kommission hat geprüft, welche Möglichkeiten zur Umsetzung dieser parlamentarischen Initiative, der beide Kommissionen für Rechtsfragen Folge gegeben haben, bestehen. Sie spricht sich mit 15 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung dafür aus, Artikel 261bis des Strafgesetzbuchs um die Kriterien der sexuellen Orientierung und der sexuellen Identität zu erweitern. Sie geht damit weiter als von der Initiative gefordert, da diese nur die sexuelle Orientierung nennt. Die Kommission ist der Ansicht, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung oder seiner sexuellen Identität diskriminiert werden sollte. Sie setzt sich dafür ein, die internationalen Empfehlungen in diesem Bereich umzusetzen oder diesen sogar vorzugreifen. Sie weist darauf hin, dass einige Nachbarländer diese Empfehlungen bereits umgesetzt haben. Ein Antrag, die Initiative abzuschreiben, wurde mit 13 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt. Die Kommissionsmehrheit anerkennt den Gesetzgebungsbedarf und die Notwendigkeit, diese Kriterien in die Strafnorm einzufügen, und erachtet die vorgeschlagene Variante als angemessen. Die Kommissionsminderheit hingegen beantragt dem Rat, die Initiative abzuschreiben. Sie ist der Auffassung, dass die geplante Änderung zu weit geht und auch das Problem der Diskriminierung nicht löst. Zudem würde eine solche Bestimmung die Meinungsfreiheit gefährden. Die Kommissionsminderheit kritisiert ferner den Wortlaut des Änderungsvorschlags und sieht Auslegungsschwierigkeiten in Bezug auf die Ausdrücke sexuelle Orientierung und sexuelle Identität.

Die Zivilehe – Positionspapier

Die Zivilehe für alle

Im Jahr 2005 hiess das Schweizer Volk die eingetragene Partnerschaft gut. Das auf homosexuelle Personen zugeschnittene Gesetz hat für gleichgeschlechtliche Paare zweifelsohne zahlreiche juristische und gesellschaftliche Verbesserungen gebracht. Das PartG ist jedoch ein Spezialgesetz; es stellt sich also die Frage nach der Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung.

Wir fordern heute, im Jahr 2016, die Öffnung der Ehe für alle. Es geht dabei um die Zivilehe; die kirchliche Trauung kann nicht durch ein Zivilgesetz geregelt werden. Die kürzlich in Irland durchgeführte Kampagne zeigt deutlich, dass diese Präzisierung wichtig ist, um jegliche Verwirrung in der Bevölkerung zu vermeiden.

(mehr …)