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Arbeit

Fachgruppe Arbeitswelt

Oute ich mich am Arbeitsplatz? Erwähne ich meine sexuelle Orientierung bereits im Lebenslauf oder im Vorstellungsgespräch, in den ersten Tagen nach Stellenantritt oder checke ich erst mal das Betriebsklima ab und entscheide später, mit dem Risiko, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen?

Diese Fragen tauchen für Lesben, Schwule und Bisexuelle mit jedem Stellenwechsel neu auf.

Die gemeinsame Fachgruppe Arbeitswelt von LOS, Pink Cross und Network hat zum Ziel, diese Schwierigkeiten am Arbeitsplatz zu beseitigen. Oder mindestens abzubauen, wie Markéta Karas, 39, Leiterin der Fachgruppe, relativiert.

Besonders schwierig sei das Coming-out gegenüber Vorgesetzten, sagt sie. Meist hat ein Gespräch mit ihnen einen formellen Charakter wie etwa das Qualifikationsgespräch. Lockere Gespräche über Privates, wo Beziehungsverhältnisse eingeflochten werden könnten, sind selten. Und schnell entsteht eine gewisse Abhängigkeit oder man ist auf den Rückhalt der Vorgesetzten angewiesen, wie auch Markéta, für die als Lehrbeauftragte an einer Berufsfachschule wichtig ist, dass ihr Chef zu ihr steht, wenn es mit einer Lernenden oder ihren Eltern zu Problemen kommt. Kein Wunder also haben 2005 in einer quantitativen Umfrage der Fachgruppe Arbeitswelt bei den Mitgliedern von LOS, Pink Cross, Network und WyberNet nur 62% angegeben, sie seien bei den Vorgesetzten geoutet. Leicht höher, nämlich 69% ist die Zahl derer, die angegeben haben, dass so gut wie alle ArbeitskollegInnen aus dem unmittelbaren Umfeld von ihrer sexuellen Orientierung wissen.

Prozentsätze übrigens, die, so Markéta, auch heute, nach Annahme des Partnerschaftsgesetzes, nicht höher lägen.

Die wichtigsten Partnerinnen der sechsköpfigen Fachgruppe Arbeitswelt sind die lesbischwulen Berufsorganisationen der grossen Firmen wie UBS, SwissRe und SBB. Durch sie ist eine Veränderung in der Betriebskultur von der Basis her möglich, weil sie innerhalb der Organisation gut verankert und akzeptiert sind und die Dienstwege kennen.

Die Fachgruppe Arbeitswelt scheut sich aber auch nicht, direkt vor Ort einzuwirken. Wie 2006, als sie in Zürich im Rahmen der Aktion «Queer Znüni» vor Firmen wie Swisscom, Securitas, Stadtpolizei, Sihlpost und SBB Flyer und ein kleines Znüni verteilt haben. Die Aktion sollte Arbeitnehmende für die Schwierigkeiten von Lesben, Schwulen und Bisexuellen sensibilisieren, die gerade in der Pausenzeit auftauchen können. Also da, wo andere von Freizeitaktivitäten erzählen und man selber lieber schweigt, als sich durch das Erwähnen der Wanderung mit der Partnerin zu «verraten».
Überrascht hat Markéta, dass sich auf den Aufruf in der community, homophobe Firmen zu melden, niemand gemeldet hat. «Wer geoutet ist, hatte kein Bedürfnis für eine solche Aktion, und für jene, die nicht geoutet sind, war die Hemmschwelle wohl viel zu gross», meint Markéta.

Wo werden Homosexuelle und Bisexuelle am Arbeitsplatz denn noch immer diskriminiert? Diese Frage ist nach dem Partnerschaftsgesetz nicht einfacher zu beantworten, im Gegenteil. Die rechtliche Seite ist jetzt abgedeckt und Diskriminierungen finden heute mehr im Zwischenmenschlichen statt, in einem subtilen Bereich also, wo sie oft gar nicht richtig fassbar sind. Dabei bewegen sich Diskriminierungen zwischen einer latent homophoben Betriebskultur bis zur Verweigerung einer Karriere aufgrund der sexuellen Orientierung. Allerdings ist gerade punkto Karrieremöglichkeit festzuhalten, dass auch Heterosexuelle schnell nicht in den starren Raster passen, den ein Aufstieg auch heute noch verlangt.

Die Erfahrungen der Fachgruppe Arbeitswelt zeigen, dass es weniger eine Frage der Branche ist, dass man sich outet, sondern eher der Grösse des Unternehmens. Während in grossen Firmen, wo eh viele verschiedene Meinungen zusammen kommen, die Vielfalt der Mitarbeitenden akzeptiert wird, wirds in Klein- und Mittelunternehmungen schwieriger. Ausserdem ist die Chance, in einem Betrieb von 200 Mitarbeitenden auf Gleichgesinnte zu treffen und damit auch auf Akzeptanz innerhalb der Belegschaft zu stossen, viel grösser. Was aber, wenn der Betrieb nur aus zehn oder zwanzig Personen besteht? Dann ist man oft die einzige Lesbe und die Möglichkeit, in der Betriebskultur Verständnis für die andere Lebensform zu schaffen, ist gering.

Hier versucht die Fachgruppe Arbeitswelt mit einer Diversity-Charta, die sich in erster Linie an KMUs richtet, zu sensibilisieren. Firmen, die diese Charta, welche von der Westschweizer Fachgruppe Monde du travail erarbeitet wurde, unterzeichnen, bekennen sich zur Diversity, zur Vielfalt im Betrieb.

Viel Arbeit für die Fachgruppe Arbeitswelt also auch nach der Annahme des Partnerschaftsgesetzes. Vor allem, weil gerade dieses auch neue Probleme schafft. Zum Beispiel müssen Eintragungen den Personalverantwortlichen gemeldet werden. Aber, so Markéta, Eintragungen müssen nicht zwingend publiziert werden. «Wer verhindern möchte, dass eine eingetragene Partnerschaft im Intranet oder in der Mitarbeiterzeitschrift kommuniziert wird, soll vorgängig das Gespräch mit den zuständigen Personen suchen», empfiehlt sie. Über die Auswirkungen einer Eintragung für Arbeitnehmende und Arbeitgebende informiert übrigens die Checkliste, welche in Zusammenarbeit mit Network erarbeitet wurde.

Seit fünf Jahren engagiert sich Markéta in der Fachgruppe Arbeitswelt. Ihre Motivation holt sie sich vor allem in den vielfältigen Kontakten, die ihr das schweizweite lesbischwule Netzwerk bietet. Ausserdem ist sie informiert, wo was in Sachen Arbeit und Homosexualität läuft. Und warum engagiert sie sich gerade für dieses Thema? «Es ist der Bereich, der mir – wortwörtlich – am meisten zu schaffen macht. Der Job ist für mich, und für viele andere ja auch, existenziell und es wirkt direkt auf meine Lebensqualität ein, ob ich am Arbeitsplatz offen zu meinem Lesbischsein stehen kann oder nicht.» Sie wünscht sich daher auch generell einen natürlichen Umgang mit dem Lesbischsein und dass sie nicht nach einem Mann gefragt wird, sondern einfach, ob sie in einer Beziehung lebe.

Cordelia Oppliger (LOS INFO 4/2007)

Weiterführende Infos: http://www.pinkcross.ch/arbeitswelt
arbeitswelt@bluemail.ch


   

Umsetzung des Partnerschaftsgesetzes in Firmen und der Verwaltung: Schwule und lesbische Organisationen stellen Checkliste vor.

Ein Jahr nach Annahme des Partnerschaftsgesetzes durch das Schweizer Volk haben schwule und lesbische Organisationen eine Checkliste präsentiert, die den Firmen und der Verwaltung eine einfache und vollständige Umsetzung des Partnerschaftsgesetzes ermöglicht.
Die Checkliste ist auf www.network.ch und www.wybernet.ch kostenfrei abrufbar.
Das Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare sieht einen neuen Zivilstand vor, die «eingetragene Partnerschaft» für schwule und lesbische Paare. Es tritt per 1.1.2007 in Kraft. Bei der Umsetzung
besteht die Gefahr, unabsichtlich neue Diskriminierung zu schaffen. Die Checkliste soll helfen, dies zu vermeiden.


Die Checkliste gibt unter anderem folgende Hinweise und
Empfehlungen:

- In Bewerbungen sollte nicht mehr auf den Zivilstand eingegangen werden und in Bewerbungsgesprächen nur, wenn dies für die Stellenbesetzung von Bedeutung ist. Dies hilft, eine Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung zu verhindern und ebenso auch den Vorwurf der Diskriminierung bei nicht erfolgter Anstellung.

- Die Personalverwaltung muss darauf vorbereitet sein, dass eingetragene Partnerinnen/Partner im Alltag einen zweiten Namen verwenden.

- Eingetragene Partnerinnen und Partner haben einen Anspruch darauf, mit Eheleuten gleichgestellt zu werden. Es gibt einige Ausnahmen.

- Es bestehen spezielle Verhältnisse für eingetragene Partnerinnen und Partner im Ausland und für ausländische eingetragene Partnerinnen und Partner in der Schweiz.

- Es ist hilfreich, wenn die Umsetzung eingebettet ist in eine generelle Regelung zur Vermeidung von Diskriminierung.

Die Checkliste ist auf www.network.ch und www.wybernet.ch kostenfrei abrufbar.
Ebenfalls verfügbar sind eine für Personalversammlungen geeignete Präsentation und Flugblätter in Deutsch, Französisch und Italienisch. Zudem kann eine Broschüre zum Partnerschaftsgesetz bestellt werden, die sich zur Abgabe an Mitarbeitende eignet.
Diese Dienstleistungen werden angeboten von den folgenden schwulen und lesbischen

Die Fachgruppe Arbeitswelt ist eine gemeinsame Arbeitsgruppe
der Lesbenorganisation Schweiz LOS und der nationalen Schwulenorganisation PINK CROSS

NETWORK ist ein Zusammenschluss von über 250 schwulen Führungskräften
aus Wirtschaft, Politik und Kultur, mit Regionalgruppen in Zürich, Bern, Basel,
Luzern und St.Gallen.

WyberNet ist ein gesamtschweizerisches Netzwerk von lesbischen Geschäfts-, Kader- und Fachfrauen und Kulturschaffenden mit Regionalgruppen in Zürich und Basel.

Checkliste herunterladen

Verwandte Links:
WyberNet
NETWORK


Hier geht es zur offiziellen Webseite der Fachgruppe


   

Fachgruppe Arbeitswelt sucht...

Welche Firmen/Betriebe/Unternehmen brauchen Ermutigung im Umgang mit ihren lesBischwulen und transgender MitarbeiterInnen?

Die Fachgruppe Arbeitswelt von LOS und Pink Cross plant im nächsten Jahr Flyer-Aktionen mit dem Aufruf zu mehr Akzeptanz und Offenheit zwischen ArbeitnehmerInnen, so dass sich alle - gleich welcher sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität - im Arbeitsalltag wohl fühlen.
Welche Firma/welcher Betrieb im Raum Zürich braucht noch etwas
Ermutigung zum Thema?
Bittet sendet Euren Vorschlag an arbeitswelt@bluemail.ch.


   

Coming-out im Job
Oute ich mich am Arbeitsplatz ? Was bewirken lesBischwule Berufsorganisationen ? Welche Arbeitsrechte unterstützen Lesben und Schwule ?

Coming-Out im Job
Samstag 25. September 2004 / 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
HAZ-Centro, Sihlquai 67, 8005 Zürich

Oute ich mich am Arbeitsplatz ?
Was bewirken lesBischwule Berufsorganisationen ?
Welche Arbeitsrechte unterstützen Lesben und Schwule ?

Wir treffen uns zum Thema Coming-Out am Arbeitsplatz. Wir bieten Raum, um Erfahrungen auszutauschen, lesBischwule Berufsorganisationen kennen zu lernen und sich über Arbeitsrechte zu informieren.

Workshop 1
lesBischwule Berufsorganisationen
geleitet von Thomas Gyger, PinkRail

Workshop 2
Arbeitsrechte
geleitet von Tali Fishman, Rechtsanwältin

Workshop 3
Vor- und/oder Nachteile eines Coming-Outs im Job
geleitet von Markéta Karasova, FG Arbeitswelt


Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung bitte bis 14. September 2004 an arbeitswelt@bluemail.ch
Wir freuen uns auf deine/Ihre Teilnahme !

Fachgruppe Arbeitswelt der schweizerischen Lesben- und Schwulenorganisationen LOS und Pink Cross und Network - schwule Führungskräfte.


   

Vernissage von Queer im Job
Heute Abend, 26. November 2003, fand im Ringierhaus in Zürich mit viel Prominenz und einem interessanten Podiumsgespräch die Vernissage der Broschüre Queer im Job statt.

Queer im Job: Lesben und Schwule in der Arbeitswelt

Der Arbeitsplatz ist für zahlreiche Lesben und Schwule immer noch Tabu-Zone, und viele Arbeitgeber tun sich mit dem Thema schwer. Das muss weder so sein noch so bleiben. Mit der Neuauflage von «Queer im Job» zeigt die Fachgruppe Arbeitswelt von LOS und Pink Cross, dass es anders auch geht. Zu den prominenten Beispielen gehören international tätige Konzerne wie Novartis, Microsoft oder DuPont, aber auch schweizerische Betriebe wie SRG, SBB oder Swisscom.

Am Podiumsgespräch zum Thema, Chancen der Diversity-Politik in der Schweizer Wirtschaft, nahmen folgende Personen Teil:

- Daniel Hanimann: Leitung
- Jacqueline Allemann, Swiss Re (Personaldienst)
- Christoph Kohler, Ford Motor Company Switzerland SA (Personalchef)
- Barbara Spalinger, Vizepräsidentin SEV
- Lilian Schaufelberger, Co-Präsidentin LOS, Fachgruppe

Die Broschüre kann gratis bei der LOS bestellt werden.
info@los.ch oder 031 382 02 22


   

      Spendenkonto: Lesbenorganisation Schweiz LOS, Monbijoustrasse 73, 3007 Bern, PC 85-6671-0      Kontakt     © 2011 by LOS