
Medienmitteilung - Wahlumfrage 2003:
Anlässlich der bevorstehenden Neuwahl des Schweizer Parlaments haben die Lesbenorgansiation Schweiz LOS und die Schweizerische Schwulenorganisation PINK CROSS eine Umfrage unter den Kandidatinnen und Kandidaten zu lesbisch-schwulen Themen durchgeführt. Die Ergebnisse stimmen hoffnungsvoll. Sie werden derzeit in der Form der Wahlzeitung "Queerwahl" schweizweit versandt. Grüne, SP, CSP und PdA/AL haben in der Umfrage eindeutig die Nase vorne.
92% der an der Umfrage beteiligten Kandidatinnen und Kandidaten der kommenden National- und Ständeratswahlen befürworten die Einführung eines Bundesgesetzes zur Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Dies ist das erfreuliche Ergebnis der von der Lesbenorganisation Schweiz LOS und der Schwulenorganisation Schweiz Pink Cross durchgeführten Umfrage.
Weiter haben die Kandidierenden zu Themen wie der vollumfänglichen Gleichstellung und der Möglichkeit der Adoption resp. Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare Stellung genommen.
Unterstützung von links... bis Mitte
Praktisch uneingeschränkte Unterstützung finden die Anliegen der Schweizer Schwulen und Lesben bei den Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen, SP, CSP und PdA/AL. Bei den Bürgerlichen Parteien FDP, CVP und SVP ist die Unterstützung oft nur mit Vorbehalten vorhanden. Die Parteien EVP und SD sprechen sich gar mehrheitliche gegen eine Gleichbehandlung von Lesben und Schwulen aus.
Queerwahl - die Wahlzeitung
Die Ergebnisse sind detailliert und nach Kantonen gegliedert in der Wahlzeitung "Queerwahl" aufgeführt. Diese wird als Informationsplattform derzeit an die schwule und lesbische Haushalte der Schweiz versandt.
"Queerwahl" ist auch online: Unter Queer Wahl kann ein pdf mit dem gesamten Inhalt runtergeladen werden. Zudem finden sich auf der Seite zusätzliche, detailliertere Informationen zur Wahlumfrage.
Immer mehr schwule und lesbische Kandidaten stellen sich zur Wahl:
18 sich offen als schwul oder lesbisch bekennende Kandidatinnen und Kandidaten treten dieses Jahr zu den Wahlen an. Das sind sieben mehr als noch vor vier Jahren:
Bern: Bernhard Pulver (Grüne), Thomas Fuchs (SVP)
Basel-Land: Claude Janiak (SP)
Basel-Stadt: Michel-Remo Lussana (SVP)
Genf: Catherine Gaillard (Alliance de Gauche)
Luzern: Michael Grüninger (SP), Rita Blättler (Grüne)
Aargau: Doris Stump, (SP), Patrizia Salm (SVP)
Zürich: Martin Abele (Grüne), Simone Brander, (Juso), Martin Naef (SP), Esther Brunner (Juso), Peider Filli (AL), Anja Recher (AL), Liliane Späth (AL), Hans-Peter Portmann (FDP), Stella Jegher, (AL)
Ausserdem kandidiert im Kanton St. Gallen Ursula Mauch (Grüne) von der FELS (Freundinnen und Eltern von Lesben und Schwulen)
Zusammenfassung:
Insgesamt ergibt die Umfrage ein gemischtes Resultat. Zwar stimmen die Rückmeldungen betreffend eines eidgenössischen Partnerschaftsgesetzes hoffnungsvoll, aber nur ein Teil der Kandidierenden ist auch bereit, sich für eine vollumfängliche Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen in der Schweiz einzusetzen. Um diese zu erreichen und zu leben, bleibt noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Politikerinnen und Politiker, die mit uns daran arbeiten, dürfen sich unserer Unterstützung sicher sein.
Der LOS-Vorstand wird zweisprachig!
Mit Nicole Béguin aus Delémont hat sich erstmals eine Vertreterin aus der Romandie für die Vorstandsarbeit bei der LOS entschlossen.
Nicole Béguin ist für uns keine Unbekannte: Seit unseren Treffen mit der Romandie hat sie an den Sitzungen teilgenommen, seit bald zwei Jahren ist sie aktiv in der Fachgruppe Politik von LOS und Pink Cross, sie hat für die Ausstellung derBUS fotografiert und ist als Mitorganisatorin der Pride 2003 eine wichtige Kontaktperson für uns. Wir freuen uns sehr, Nicole in unserer Runde zu begrüssen.
Alle bisherigen Vorstandsfrauen - Brigitte Röösli, Eva Kaderli, Lilian Schaufelberger und Cordelia Oppliger – haben sich zur Wiederwahl gestellt und sind auch glanzvoll und mit viel Applaus für ein weiteres Jahr gewählt worden. Die definitive Ressortverteilung wurde an der Retraite vom 25./26. April festgelegt.